Heilkräuter - Rezepte mit Kräutern

Gänseblümchen
Anwendung bei: Schleimlösendes Mittel, gegen Gallen und Leberkrankheiten.
Dosierung:
Tee: 2 Teelöffel der getrockneten Blüten mit 1/4l kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.
oder Auszug: 2 Teelöffel der getrockneten Blüten mit 2 Tassen kaltem Wasser über Nacht ausziehen lassen und den geseihtenAuszug im Lauf des Tages esslöffelweise einnehmen.
Frischer Gänseablümchenpresssaft: Zerkleinerte Blüten im Entsafter auspressen. Als Frühjahrskur während 3 - 4 Wochen täglich 2 bis 3mal1 Teelöffel einnehmen.
Der Tee oder der Auszug kann auch äußerlich zur Wundbehandlung verwendet werden.
Gänseblümchen bei Hautkrankheiten: Bei juckenden brennenden Hautentzündungen verwendet man den Gänseblümchentee auch als Einreibung.
In der Küche: Kleingehackte Blätter unter Salat und Quark gemischt, frisch gepresster mit Honig gesüßter Saft,frische Blüten auf Salaten und Suppen.
Holunder (Sambucus nigra):
Anwendung:Bei Erkältungen, Grippe, Fieber und zur Hautreinigung. Wird innerlich und äußerlich angewendet.Eine Mischung aus Holunderblüten, Minze und Schafgarbenblüten zu gleichen Teilen ist ein ausgezeichnetes inneres Reinigungsmittel zur Entgiftungbei Grippe und Erkältungen.
In Verbindung mit Sassafras bilden sie ein gutes Heilmittel gegen Heutunreinheiten wie Akne.
Für Holunderblütenöl und -salbe werden die Blüten in etwas Olivenöl angesetzt und dann durch ein Tuch gedrückt, um das Öl zu gewinnen.
Bienewachs durch Erhitzen verflüssigen und so viel davon mit dem Öl vermischen, bis es salbenförmige Konsistenz erreicht.
Ausgezeichnete Salbe für Verbrennungen, Schnitte, Kratzer und Schürfwunden.
Holunderblütenöl wirkt gut bei rissigen Händen und Frostbeulen.
Holunderbeeren sind roh leicht giftig, daher vor Genuß leicht sieden lassen. Holundersaft ist reich an Vitamin C.
Zur Teezubereitung: Standard-Aufguß oder 0,5 - 6g Blüten. Oder: 2 gehäufte Teelöffel mit 1/4 l kochendem Wasserübergießen und 10 Min. ziehen lassen.
Hollersekt:Auf 10l Wasser werden 10-15 große saubere Blüten-Dolden, 1 - 1,5 kg Zucker und der Saft von 2 Zitronen (evtl. teilw. d. Obstessig ersetzen) in einem großen Glasballon angesetzt.Solange umschütteln und -schwenken bis der Zucker aufgelöst ist. An einem warmen, sonnigen Platz 4 k- 6 Tage gären lassen,danach 1 ungespritzte, in Scheiben geschnittene Zitrone zufügen und noch einen weiteren Tag stehen lassen.Danach entweder eisgekühlt trinken oder abseihen, in Mineralwasserflaschen o. ä.. mit dichtem Verschluß füllenund an einem kühlen, dunklen Ort noch ein viertel Jahr ausgären lassen.Vorsicht beim Öffnen - sie haben einen gehörigen Druck und schäumen stark.

Thymian:
Anwendung: Der Thymian ist vor Allem scharf undhitzig, er regt den Harnfluß und die Monatsregel an. Morgens getrunken regt er Geistesfrische und gutes Gefühl im Magen an, kein Morgenhusten.
Rezeptur: 1 gehäufter Teelöffel Kräuter mit 1/4 l gerade gekochtem Wasser brühen und kurz ziehen lassen.
Rp.:Keuchhusten
Hb. Serpylli 30,0
Hb. Droserae 20,0
Fol. Eucalypti
Hb. Plantaginis
Rad. Liquiritiae aa 10,0
M.f.spec.
D.S. 2 Teelöffel/1Glas Wasser, Infus.

Tee-Rezept:
Soweit nicht anders verordnet, wird mehrmals täglich eine Tassedes wie folgt bereiteten Teeaufgusses getrunken: 1 Teelöffel voll (ca. 1,4 g)Thymian oder die entsprechende Menge in einem oder mehreren Aufgussbeutel(n)wird mit siedendem Wasser (ca. 150 ml) übergossen, zugedeckt und nach etwa10 bis 15 Minuten gegebenenfalls durch ein Teesieb gegeben.


Rp.: Einreibung bei Gelenkrheumatismus
Hb. Serpylli conc.
Fol Rosmarini
Hb. Violae aa 30,0
M.D.S. mit 1/2l Franzbranntwein übergießen und lin einer gut verschlossenen Flasche 3 Tage stehen lassen; zum Einreiben.

Hibiskus, Malvenblüten:
Heilanwendung: Bei Fieber sowie leichten Magen- und Verdauungsstörungen.Ergibt ein erfrischendes Sommergetränk.
Rezept:Standardaufguß oder 3-9g.

Wegwarte:
Heilanwendung: Magen und Darmkatarrhen, Erschlaffung des Magens und desDarmes, Appetitlosigkeit.
Zubereitung:  Wurzeln - Abkochung; Kraut - Aufguss. Leber-Gallen-Tee(heilend): Wegwarte u. Löwenzahn je ein Anteil, 2-3 Tl/Tasse 2-3 mal am Tag. Presssaft frischer der Blätter:Wegen seines hohen Inulingehaltes blutzuckersenkend.

Lungenkraut:
Anwendung bei: Unruhe, Palpitationen, Hämorrhoiden, trockenem Husten,Pseudokrupp,
Tuberkulose, blutigem Sputum
Rezept: 2 Teelöffel mit1/4l kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen.
Arbutin (Hydrochinon) wirkt nur im alkalischen Harn
– ¼ Teelöffel Natron (Natriumhydrogenkarbonat) jeder Tasse zufügen

Minze, Pfefferminze (Mentha piperita):
Rp.:Brechen beruhigendes Mittel(nach Meyer)
Fol. Melissae 60,0
Fol. Menthae pip.
Fol. Chamomillae aa 40,0
M.f.spec.
D.S. 1 Esslöffel/1Glas Wasser,
Infus.,schluckweise warm trinken.

Pfefferminztee: 1 gehäufter EL getrocknete Pfefferminzblätter auf 1/4l Waser überbrühen (nicht kochen), 10 Min.zugedeckt ziehen lassen,danach abseihen. Davon bis 3 Tassen am Tag trinken.
Gukt gegen Bauch- und Unterleibsbeschwerden. Als alltäglicher Tee nicht geeignet.

Rp.:Feuchte Kälte im Dickdarm(Dachang shihan)
Fr. Cardamoni(Kardamon)8
Fr. Anis stellati(Sternanis)8
Rad. Angelicae(Angelicawurzel)7
Fr. Foeniculie(Fenchel)3
Herb. Menthae piperitae(Pfefferminzblätter)2
Cort. Frangulae8Faulbaumrinde)3.

Schafgarbe (Achilleia millefolium):
Dosierung: Standardaufguss oder 3-9g; Tinktur: 10-30 Tropfen.
Anwendung bei: Erkältung, Grippe, Fieber,Menstruationskrämpfen, Blutungen gleichzeitig innerlich nud äußerlich als UmschlagVerdauungsstörungen, Blähungen, Diarrhoe, Hyperazidität des Magens und Gastritis, Anorexie
Teeaufguß: 1 gehäufter Teelöffel auf 1/4l Wasser, aufbrühen, kurz ziehen lassen.
Schafgarbentinktur: In der Sonne gepflückte Schafgarbenblüten werden locker bis zum Hals in eine Flasche gefülltund mit 38% bis 40%igem Korn oder Obstbranntwein übergossen. 14 Tage in der Sonne oder in Herdnähe stehen lassen.
Schafgarbensalbe: 90g ungesalzene Butter oder Schweineschmalz gut erhitzen, 15g frische, zerkleinerte Schafgarbenblütenund 15g kleingehackte Himbeerblätter hineingeben, kurz überprasseln lassen, umrühren und von der Herdplatte wegziehen.
Am nächsten Tag das Ganze leicht erwärmen, durch ein Leinentüchlein pressen und in vorbereitete sakubere Gläser füllen. Im Kühlschrank aufbewahren.
Sitzbad: 100g Schafgarben (das ganze Kraut) in kaltem Wasser über Nacht ansetzen, am nächsten Tag bis zum Kochen erhitzen und dem Badewasser zufügen.
Verwendung in der Küche:Der herbe, etwas bittere Geschmack eignet sich als würzende Beigabe in Verbindung mit anderen Kräutern in Salaten, Quark, Kräuterbutter, Suppen und Saucen.

Salbei:
Heilanwendung: Kurzatmigkeit, Nachtschweiß, Müdigkeit, Durchfall,Appetitlosigkeit,
Sinusitis, Pharyngitis, Laryngitis, als Gurgelmittel bei Stomatitis und Gingivitis,
Leukorhea, Zystitis,
Asthma, Bronchitis mit weißem Schleim,
Schmerzhafte Menstruation, PMS.
Dosierung
Innere Anwendung:
Tagesdosis: 4-6gDroge bzw. 0,1-0,3g Öl oder 2,5-7,5g Tinktur oder 1,5-3g Fluidextrakt.
Medizinalzigaretten bei Asthma.
Tonisierender Wein beinervöser Erschöpfung.
Wein bei Diabetes 1 Gläschen nach
ExpektorierenderHonig bei Bronchialkatarrhen, 1 Löffel morgens und vor dem Schlafengehen einnehmen.
Äußere Anwendung: Aufguss zum Gurgeln/Mundspülen 2,5g Drogebzw. 2-3 Tropfen ätherisches Öl oder 5g alkoholischer Aufguss auf 1 Glas Wasser geben und mehrmals täglich gurgeln.
Unverdünnter alkoholischer Auszug:mehrmals täglich auf die entzündeten Schleimhautpartien auftragen. Waschungen mit einem Wundwein bei Verletzungen zur Reinigung und Wundheilung. Haftpaste bei Tumoren: Droge in eine Salbengrundlageeinarbeiten oder mit Salz und Essig zu einer Paste zerstoßen. Volksmedizin: innerlich: Infus1 als Antihydroticum: 3mal täglich200mL.
Infus2 bei Herzschwäche zur Tonisierung:, 4mal täglich 1 Glas trinken;
Oder Decoct1: 1 Löffel Drogenpulver mit 1 Tasse Wasser erhitzen,rasch abseihen, süßen und trinken;
Oder Decoct2: 15g frische Blätter mit 200gheißem Wasser 3min lang erhitzen, im Abstand von 1h je 1 Glas trinken.
Drogenpulver (Löffelchen oder Kapsel) bei nervösen Beschwerden undübermäßigem Schwitzen: vor jeder Mahlzeit 0,25g einnehmen.
Rp.: Hemmung der Milchsekretion (nach Meyer)
Fol. Salviae, Strob. Lupuli aa 40,0
Fol. Juglandis 20,0
M.f.spec. D.S. 4 Teelöffel/2 Glas Wasser, kombiniertes Verfahren.

Rp.: Stomachicum (nach Seidel)
Fol. Salviae, Hb. Absinthii, Hb. Centaurii aa 25,0
M.f.spec. D.S. 1 1/2 Teelöffel/ 1 Glas Wasser

Rp.: Gurgelwasser (nach Fischer)
Fol. Salviae, Hb. Equiseti, Flor. Chamomillae aa 25,0
M.f.spec. D.S. 1 Esslöffel/ 1 Glas Wasser, Infus.

Vereinzelt werden bei übelriechendem Atem die frischen Blätter einfach zerkaut.

Petersilie:Bei Ödemen, Flüssigkeitsretention, häufiger Blasenentleerung, Bettnässen, rheumatischen Beschwerden,Menstruationsstörungen, Verdauungsstörungen, Blähungen, Darmwürmern.
Rezept: 1 Teelöffel Petersilienkraut mit 150 ml kochendem Wasser übergießen. Cave: Schwangerschaft!

GundermannBei Verdauungsbeschwerden
Rezept:1 - 2 Teelöffel getrocknete und zerkleinerte Pflanzenteile mit 1/4l kochendem Wasser übergießenund 10 Min. ziehen lasen.
S.: 3 - 4 mal eine Tasse Tee trinken.
In der Küche als würzende Beigabe zu Suppen und Salaten.

TCM - Kräuter bei Stressbeschwerden

Chai-hu-shu-gan-san

Diese altbewährte Rezeptur ist ein klassisches Heilmittel gegen Stressbeschwerden. Sie stammt aus dem Lehrbuch 'Jing-yue-quan-shu', aus dem Jahre 1624 (Ming-Dynastie).Wirkung: Psychisch entspannend, löst innere Verspannungen auf, Schmerzlinderung, Regulation des Vegetativums.Bestandteile:

* Radix Bupleuri (Chai-hu, chin. Hasenohrwurzel)
wirkt psychisch entspannend, stimmungshebend, fieber-hitze-senkend, leberschützend.
3 - 10 g/Tag.
* Radix Paeoniae alba (Bai-shao, weisse Pfingstrosenwurzel)
wirkt psychisch entspannend, leber-yang-beruhigend, schmerzlindernd, blutbildungs- und yin-fördernd.
5 - 10 g/Tag bei Bedarf bis 15 - 30 g/Tag.
* Fructus Citri aurantii (Zhi-ke, Bitterorange)
wirkt krampflösend, schmerzlindernd, schleimlösend.
3 - 10 g/Tag.
* Radix Glycyrrhizae (Gan-cao, Süssholzwurzel)
wirkt allgemeinzustandstärkend, krampflösend, schmerzlindernd, schleimlösend, hustenstillend, entgiftend.
3 - 10 g/Tag Bemerkung: Bei längerer Überdosierung Ödeme und Hypertonie möglich.
* Pericarpium citri reticulatae ( Chen-pi, Mandarinenschale)
Wirkt Schleimllösend, übelkeit- und brechreizstillend.
3 - 10 g/Tag.
* Rhizoma Cyperi (Xiang-fu, Zypergraswurzel)
wirkt psychisch entspannend, stimmungshebend, schmerzlindernd.
5 - 10 g/Tag.
* Radix Ligustici chuan-xiong ( Chuan-xiong, Szechuan-Liebstöckelwurzel)
wirkt durchblutungsfördernd, schmerzlindernd.
3 - 10 g/Tag.

Die Behandlung basiert auf der Überlegung, dass Stresskrankheit auf einer 'Leber-Qi-Stagnation' beruht und über die Behebung der 'Über-Yang-Überhitzung' das 'Yin-Yang-Gleichgewicht' wiederhergestellt wird. Unterstützen wirken Gespräche, richtige Ernährung und Akupunktur.

Storchschnabel (Geranium robertiani):
Zubereitung:
Die Pflanze wirkt psychisch und körperlich entgiftend. Innerlich als Tee 2x1 Tasse täglich, äußerlich
als Spülung, Gurgellösung oder Aufschlag, auch als Einreibung bei Insektenstichen.
Tee: TL Kraut - mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen - nach 5 Min. abseihen. Tägl. 2 Tassen trinken.
1 TL Wurzeln - mit 1/4 l kaltem Wasser übergießen - kurz aufkochen - nach 10 Min. abseihen. Tägl. 2 Tassen trinken.
Tinktur: 20 g Kraut mit 150 ml Alkohol übergießen - nach 5 Tagen abseihen. Im Verhältnis 1:10 mit Wasser verdünnen.
Umschlag: 3 TL Kraut - mit 1/4 l kochendem Wasser übergießen - nach 5 Min. abseihen.

Origano, Dost, Majoran (Origano vulgare):
Zubereitung:1 gehäufter Essl.Kraut (Herb. Oregani ) mit1/4l kochendem Wasser übergießen und 10 Min. ziehen lassen.

Schöllkraut (Chelidonium majus):
Zubereitung: 2 Teelöffel Kraut/Wurzeln mit 1/4l kochendem Wasser übergießen und 10 Min.ziehen lassen. bis drei mal täglich 1 Tasse trinken.
Wegen seiner Toxizität nicht länger als 14 Tage anwneden, in der Schwangerschaft kontraindiziert.

Liebstöckel(Levisticum officinale)
Bei leichteren Menstruationsbeschwerden, harntreibend, herzstärkend:
2 - 3g der getrockneten zerkleinerten Pflanze 10 bis 15 Minuten in einem Glas mit kochendemWasser ausziehen und 2 - 3 mal täglich trinken.
Rp.: Species diureticae (nach HAB VI)
Rad. Levistici
Rad. Ononidis
Rad. Liquiritiae
Fruct. Juniperi aa ad 100,0
M.f.spec.
D.S. 3 Teelöffel/2Glas Wasser, kombiniertes Verfahren, 3 Tassen täglich.

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